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Wissen

Teesorten-Vergleich

Wie viele Teesorten gibt es eigentlich und was ist charakteristisch für die jeweilige Sorte? Wir zeigen Dir die Unterschiede.

Veröffentlicht: 22.05.2019 von Felice

Wie viele Teesorten gibt es eigentlich? Was ist der Unterschied zwischen den Teesorten und was ist charakteristisch für die jeweilige Sorte? Um den Überblick zu behalten haben wir die Teesorten im Folgenden einmal verglichen.

Wie viele Teesorten gibt es?

Wenn man vor dem Supermarktregal steht, könnte man meinen die Auswahl zwischen den verschieden Teesorten sei unendlich - Darjeeling, Pfefferminz, Marokkanische Minze, Kirsch-Vanille, Bergkräuter und viele mehr. Wir nennen alle Heißgetränke die aus Pflanzen hergestellt werden einfach “Tee” - und schon ist die Verwirrung perfekt.

 

Ganz so einfach ist es aber nicht. Um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen unterscheiden wir im folgenden zwischen echtem Tee und Tee im weiteren Sinne. Grundsätzlich gibt es nur eine einzige Teepflanze, von der all unsere echten Teevariationen abstammen. Die Teepflanze heißt mit botanischem Namen “Camellia sinensis”. Tee im weiteren Sinne stammt hingegen von zahlreichen unterschiedlichen Pflanzen. Hierzu gehört zum Beispiel der Salbeitee.

 

Echter Tee

Beim echten Tee, also bei Tee im engeren Sinne, handelt es sich um ein Aufgussgetränk aus Blättern, Stängeln oder anderen Bestandteilen der ursprünglich aus China stammenden Teepflanze “Camelia sinensis”.

 

Je nach Art der Verarbeitung und Grad der Oxidation unterscheiden wir sechs Arten von echtem Tee:

 

 

Innerhalb dieser Kategorien kommt es zu weiteren Unterschieden in Aussehen und Geschmack – diese entstehen unter anderem durch verschiedene Traditionen in regionalen Anbaugebieten, durch lokal herrschende Klimabedingungen, sowie durch die verwendeten Pflanzenbestandteile.



Tee im weiteren Sinne

Als “Tee im weiteren Sinne” werden Aufgussgetränke aus anderen Pflanzen bezeichnet – das deutsche Lebensmittelrecht nennt diese auch „teeähnliche Aufgussgetränke“. Zu den bekannteren dieser Pflanzen zählen:

 

 

Kräuter-, Früchte- und Rooibos-Tees sollte immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und mindestens fünf Minuten ziehen gelassen werden. So wird ausgeschlossen, dass Keime, die sich bei falscher Lagerung in Blüten oder Fruchtstücken bilden können, in den Aufguss gelangen.

Wie werden echte Tees hergestellt?

Echte Tees werden traditionell in wenigen Schritten hergestellt:

 

  1. Pflücken der Teeblätter

  2. Welken der Teeblätter unter freiem Himmel für ca. 12 Stunden

  3. “Fixieren” der Teeblätter, bedeutet fachsprachlich “Erhitzen” - dieser Schritt wir für die Herstellung von grünem Tee benötigt

  4. Rollen der Teeblätter - dadurch werden die Blätter aufgebrochen, was die Inhaltsstoffe später dem Teewasser leichter zugänglich macht

  5. Oxidation des beim Rollen ausgetretenen Zellsaftes - hierdurch verfärbt sich das Teeblatt dunkel

  6. Trocknen der Teeblätter für bessere Haltbarkeit

Die einzelnen Teesorten im Vergleich

Was zeichnet nun die oben aufgezählten Teesorten aus? Was ist charakteristisch für die jeweilige Sorte?

 

Echte Tees

 

Weißtee ist das am wenigsten und zugleich am behutsamsten verarbeitete Produkt der Teepflanze. Kamen ursprünglich ausschließlich chinesische Kaiser in den Genuss dieser edlen Sorte, wird Weißtee heute weltweit für seinen sanften Charakter geschätzt. Die Blätter werden nach dem Ernten ca. 10 bis 20 Stunden gewelkt und anschließend ca. 20 bis 30 Minuten mit heißer Luft bei etwa 90 °C getrocknet. Im Unterschied zu allen anderen Tees werden die Blätter für Weißtee nicht gerollt – dadurch schmeckt dieser sehr mild und oxidiert nicht oder nur minimal an den Blatträndern.

 

Grüntee mit seiner leuchtend-frischen Farbe wird mittels Erhitzen schonend konserviert – in China traditionell durch Rösten, nach japanischer Methode durch Dämpfen der Teeblätter. Da beim Rollen der Teeblätter ein Oxidiationsprozess einsetzt, der die Blätter braun werden lässt, werden für die Herstellung von Grüntee die Blätter nach dem Welken kurz erhitzt, um die dafür verantwortlichen Enzyme zu inaktivieren. Nach chinesischer Methode werden dazu heiße Pfannen verwendet, in Japan benutzt man Wasserdampf. Damit grüner Tee nicht bitter schmeckt, kommt es auf die richtige Zubereitung an. 

 

Gelbtee und seine genaue Herstellung waren und sind sehr geheimnisumwobenen. Früher ausschließlich dem chinesischen Kaiser vorbehalten, sind gehobene Qualitäten dieser Teesorte auch heute noch sehr begrenzt verfügbar. Die Verarbeitung des Gelbtees ähnelt zunächst der des Grüntees – das heißt, die Blätter werden durch Erhitzen vor der Oxidation bewahrt. Der besondere Charakter des Gelbtees entsteht anschließend durch ein feuchtes Erhitzen über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen.

 

Oolong bedeutet übersetzt „Schwarzer Drache“. Der Legende nach unterbrach seinerzeit eine dunkle Schlange die Teefarmer bei der Produktion – und wurde so zur Patin der dabei entdeckten Verarbeitungstechnik.

Bei Oolong handelt es sich um einen im weitesten Sinne „halb“-oxidierten Tee, bei dem die Oxidation an einem gewissen Punkt durch Rösten oder Backen gestoppt wird. Je nachdem, wann dies geschieht, ist das Ergebnis ein hellerer („grüner“) oder dunklerer Oolong.

 

Schwarztee unterscheidet sich von Grüntee lediglich durch seine Verarbeitung. Nach der Ernte oxidieren die Teeblätter vollständig und erhalten so ihre dunkle Farbe und das charakteristische Aroma. Die bekanntesten Schwarztees hierzulande sind die indischen Sorten Darjeeling und Assam. Weltweit gesehen hat China die größte Vielfalt an Schwarztees zu bieten: von seltenen Tees aus goldfarbenen Blattknospen mit honigartigem Charakter bis zu so speziellen Sorten wie dem geräucherten Lapsang Souchong.

 

Pu-Erh unterscheidet sich von den anderen Tees durch seine spezielle Verarbeitung und eine echte Fermentation – ein Reifungsprozess unter Einfluss von Bakterien und Pilzen, durch die der spezielle Geschmack des Pu-Erh entsteht.

 

Tees im weiteren Sinne

Rooibos hat seinen Ursprung in Südafrika – und begeistert als koffeinfreies Aufgussgetränk mit seinem mild-würzigen Aroma. Der resistente Strauch wächst ausschließlich in der Region der Zederberge in Südafrika und trotz dort der langen Dürrezeit im Sommer.

Je nach Verarbeitungstechnik können zwei Sorten gewonnen werden: roter und grüner Rooibos. Der Rotbusch, wie der Rooibos übersetzt heißt, ist ein ginsterartiger, etwa 1,5-Meter hoch werdender Strauch mit nadelähnlichen Blättern. Seit Jahrhunderten wird er traditionell mit der Sichel geerntet, zerkleinert und anschließend getrocknet. Für den grünen Rooibos werden im Januar, gleich nach der Regenzeit, die frisch angesetzten Triebe geerntet. Im Unterschied zu rotem Rooibos werden die Blätter nicht oxidiert, sondern gleich getrocknet. Grüner Rooibos schmeckt mild und frisch. Der Geschmack erinnert an grünen Tee.

 

Kräuter- & Gewürztee hat hierzulande bereits eine lange Tradition. Tees aus Kräuter und Gewürzen wurden in der westlichen Welt bereits vor den echten Tees aus China konsumiert.  Hauptanbaugebiete für die verwendeten Kräuter sind Süd- und Osteuropa. Einige Kräuter (z.B. Minze, Melisse) finden ideale Wachstumsbedingungen in Deutschland, exotische Gewürze wie Ingwer und Lemongras stammen oft aus Afrika oder Thailand.

 

Früchtetees erfreuen sich durch ihre aromatische Vielfalt und den von Natur aus koffeinfreien Genuss großer Beliebtheit. Die individuellen Früchte haben unterschiedlichste Ansprüche an ihre Umgebung. Hauptanbaugebiet für Hibiskus ist der Sudan, Hagebutten stammen meist aus Chile, und Apfel wird vor allem in der Türkei angebaut. Da getrocknete Fruchtstücke nicht immer besonders intensiv schmecken, werden Früchtetees oft zusätzlich aromatisiert. Hierbei sollte darauf geachtet werden, welche Art von Aromen eingesetzt werden.



Nun weißt du etwas genauer was in deiner Tasse ist und hast vor dem Supermarktregal hoffentlich einen besseren Durchblick. Gerne kannst du dich auch mal bei unseren Teesorten umsehen. Dort stellen wir dir die speziellen Sorten genauer vor.

 

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