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Wissen

Teeanbau in Zeiten der Klimakrise

Wie Ethical Tea Partnership (ETP) Menschen in den Anbauregionen unterstützt.

Veröffentlicht: 05.11.2019

Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits heute an vielen Orten der Welt spürbar. Auch Menschen, die in den Ursprungsländern ihren Lebensunterhalt mit Anbau und Ernte von Tee verdienen, stellt dies jetzt und in Zukunft vor große Herausforderungen. Unterstützung erhalten die Menschen vor Ort durch die Ethical Tea Partnership (ETP), bei der sich auch Temial als Mitglied engagiert.

 

Der ETP-Ansatz „Farmer Field Schools“

 

Um Menschen in Anbauregionen darin zu unterstützen, angesichts der Auswirkungen des Klimawandels ihre Einkommen zu sichern und – allem voran – ihren Teeanbau aufrechtzuerhalten, unterstützt Ethical Tea Partnership (ETP) das Projekt „Farmer Field Schools“ (Feldschulen für Teebauern), Teil des Revitalisierungs-Programms „Malawi Tea 2020“. In den Schulen lernen die Teebauern, wie sie mithilfe der effektivsten und modernsten Anbaumethoden die Menge und die Qualität ihrer Teeproduktion, das heißt die Erträge aus ihren Anbauflächen, steigern können.

Sie werden auch zum Klimawandel unterrichtet: lernen seine Ursachen und Wirkungen verstehen und bekommen Praktiken zur Milderung der Effekte und zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen an die Hand – von Boden-, Wasser- und Buschbewirtschaftung über Kompostieren, Mulchen und das Anpflanzen schattenspendender Bäume bis zu Wassernutzung, Wasserschutz und Tropfbewässerung.

Praktische Unterstützung für die Menschen in Anbauregionen

 

Über die Wissensvermittlung hinaus erhalten die Menschen in den Anbauregionen durch das ETP-Programm aber auch ganz praktische Unterstützung: etwa durch das Anlegen von Gemüsegärten für eine bessere Ernährung, durch das Wissen um Brennholzschutz und den Zugang zu energieeffizienten Kochöfen, zum Beispiel in Malawi, wo elektrischer Strom ein teurer Luxus ist, sodass rund 90 Prozent der Haushalte noch immer Brennholz oder Holzkohle zum Kochen nutzen – mit verheerenden Folgen für die Wälder.

Mavuto Banda, Leiterin natürliche Ressourcen für ETP in Malawi, erklärt: „Letztlich wollen wir die Abholzung reduzieren und die Wiederaufforstung fördern. Die Leute werden das Kochen nicht aufgeben, doch wir können es durch die Verteilung von brennstoffeffizienten Kochöfen effizienter machen.“

Letztlich wollen wir die Abholzung reduzieren und die Wiederaufforstung fördern. Die Leute werden das Kochen nicht aufgeben, doch wir können es durch die Verteilung von brennstoffeffizienten Kochöfen effizienter machen.

Dafür setzt sich auch Veronica ein, die als Mitglied einer Farmer Field School in Malawi gelernt hat, solche Kochöfen zu fertigen. Indem sie ihre Öfen verkauft, verdient sie die Schulgebühren für ihre Kinder. Veronica hofft, dass sie ihrer Tochter mit dem zusätzlichen Einkommen ein Studium ermöglichen kann.

 

Alternative Einnahmequellen identifizieren


Die Entwicklung zusätzlicher und alternativer Einnahmequellen ist eine weitere wichtige Komponente, um die Widerstandsfähigkeit gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu stärken – insbesondere für Kleinbauern, denn für viele von ihnen ist der Teeanbau die einzige Einnahmequelle. In den Farmer Field Schools identifizieren sie neue, geeignete Tätigkeitsfelder. Teefarmerin Speciose, Leiterin einer Farmer Field School in Ruanda, hat gemeinsam mit den Teilnehmern – nahezu die Hälfte davon Frauen – die Pilzzucht erschlossen. Speciose betont: „Dies wird eine sehr gute Einnahmequelle für uns sein.“ Das zusätzliche Geld kann in einem der Darlehens- und Sparprogramme der ETP gespart werden, die sie ebenfalls betreut.  

Ein ähnliches Programm hat es Teefarmer Gervais ermöglicht, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: Als Mitglied einer ETP-Gemeindespargruppe sparte er 150.000 RWF (umgerechnet etwa 150 Euro), lieh sich weitere 100.000 RWF (etwa 100 Euro) und konnte sich schließlich eine Milchkuh kaufen. Deren Milch verkauft er seither weiter und nutzt sie außerdem zur Ernährung seiner sieben Kinder und seiner Frau. Ein weibliches Kalb, das die Kuh zur Welt brachte, möchte er demnächst verkaufen, um sein Haus renovieren und an das Stromnetz anschließen zu können.

Wir haben es mit Ananas als zusätzlicher Einnahmequelle versucht, doch das läuft nicht. So sind wir wirklich auf den Tee angewiesen. Im Tee liegt ein verborgener Schatz.

Teepflanzen, die den Auswirkungen des Klimawandels standhalten


Teepflanzen zukunftsbeständig zu machen: das ist ein weiterer Ansatz der ETP. Sie unterstützt Teebauern bei der Beschaffung von Teeklonen, die gezüchtet worden sind, um den Auswirkungen des Klimawandels, wie Dürre oder einer Zunahme von Krankheiten und Seuchen, standzuhalten. Für Tee als Dauerkultur, bei der Farmer mehrere Jahrzehnte von einem Busch ernten, eine zukunftsweisende Maßnahme.

In Malawi züchten Teefarmer dürreresistente Setzlinge in 59 Teebaumschulen, in Kenia haben sie seit 2014 bereits über eine halbe Million dürre- und frostresistente Teesetzlinge gepflanzt. Thebronia, Teefarmerin in Malawi und Sekretärin der örtlichen Teebaumschule, weiß um die Bedeutsamkeit solcher Projekte: „Unsere wichtigste Nutzpflanze und Einnahmequelle ist der Tee, und dies ist für unsere Kinder lebenswichtig. Wegen des Klimawandels sind die Regenzeiten nicht mehr so, wie es früher war. Wir haben es mit Ananas als zusätzlicher Einnahmequelle versucht, doch das läuft nicht. So sind wir wirklich auf den Tee angewiesen. Im Tee liegt ein verborgener Schatz.“

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