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Lifestyle

Marokkanische Teezeremonie? Reine Männersache

Folge uns nach Marokko und entdecke die feine Teekultur des Maghreb, in der Gunpowder-Grüntee und frische Minze im Mittelpunkt stehen.

Veröffentlicht: 03.07.2019 von Felice

GESCHICHTE: So kam der Tee nach Marokko

Im 18. Jahrhundert kam der Tee durch britische Händler in den Maghreb. Ihre bevorzugte Teesorte war der Gunpowder, bei dem die Grünteeblätter zu kleinen Kügelchen aufgerollt sind. Doch pur schmeckte der Marokkanern das bittere Gebräu nicht: Sie ergänzten das Heißgetränk noch um frische Minze (Nana) und Zucker - viel Zucker.

Die Briten brachten auch gleich die passenden Teekannen mit, und zwar die, die Ende des 19. Jahrhunderts im viktorianischen England in Mode waren: birnenförmig-bauchig mit gekröpftem Ausguss aus verzinktem Kupfer oder Messing. Dieses Design verbreitete sich schnell bis weit in die Sahara hinein und ist auch heute noch in ganz Marokko das am meisten benutzte Teekannen-Modell.

Eine bestimmte Zeit wie bei den Briten und den Ostfriesen gibt es in Marokko für die Teezeremonie nicht: Jedes Zusammentreffen von Verwandten oder Freunden ist für das Familienoberhaupt Grund genug, Tee zu kochen. Sind keine Gäste zu bewirten, trinkt man auch nach jeder Mahlzeit den typischen Grüntee mit Minze. Die Zeremonie selbst ist Männersache. Die übernimmt meistens der Älteste einer Familie oder Sippe, der Roi du Thé, ein marokkanischer Tea Master sozusagen. Den Frauen bleibt die Zubereitung der Speisen vorbehalten.

Üblicherweise werden drei Gläser gereicht, denn in Marokko sagt man: „Das erste Glas ist bitter wie das Leben, das zweite stark wie die Liebe und das dritte sanft wie der Tod“. Das Teetablett und die kleinen Teegläser sind meist reich mit bunten Ornamenten und Goldmustern verziert. Um einen Tee zuzubereiten, braucht man drei Dinge, sagen die Nomaden: die Zeit, die Glut und natürlich die Freunde. 

Das erste Glas ist bitter wie das Leben, das zweite stark wie die Liebe und das dritte sanft wie der Tod

Marokkanische Teezeremonie

Wenn du deine Freunde mit einer marokkanischen Teezeremonie verwöhnen willst, kannst du hier erfahren, wie diese abläuft:

  1. Als erstes wird ein Esslöffel Grüntee (Gunpowder in Kügelchenform) in eine der typischen bauchigen, marokkanischen Wasserkessel (ca. 400 ml) gegeben.

  2. Dann werden die Blätter mit etwas Wasser übergossen. Dieser Sud wird über einer Gasflamme aufgekocht.

  3. Damit der Minztee nicht zu bitter schmeckt, wird der gekochte Sud weggeschüttet. Nur die aufgeweckten Blätter verbleiben in der Kanne.

  4. Nun wird ein Bündel frischer marokkanischer Minze zu den im Kännchen verbliebenen Teeblättern gegeben und alles bis zum Rand mit Wasser aufgefüllt. 

  5. Sobald die Mischung gut aufgekocht ist, wird der Kessel (oder die Kanne) vom Feuer genommen und zusätzlich mit weiterem Zucker gesüßt.

  6. Nachdem sich der Zucker (ca. 150 Gramm) im Kessel aufgelöst hat, beginnt das Einschenken. Der Zucker hat meist die Form eines Zuckerhutes, wie er auch in einer Feuerzangenbowle verwendet wird. Würfelzucker wird auch sehr oft verwendet.

  7. Der Gastgeber arrangiert für das Einschenken die Teegläser kreisförmig auf einem Silbertablett und gießt den Tee aus einer Höhe von 30-40 Zentimetern mit einem dünnen Strahl zielsicher in die Gläser. So entsteht eine schöne Zucker-Schaumkrone.

  8. Als Gast bitte jetzt noch nicht zugreifen: Der Gatgeber schüttet den ausgeschenkten Tee nämlich gleich wieder in die Kanne zurück - und das bis zu fünfmal hintereinander. Durch das nochmalige Aufkochen spalten sich die Zuckermoleküle in Glucose und Fructose auf, wodurch sich der Tee geschmacklich verändert und süßer wird.

Dann darf der Tee genossen werden, ganz entspannt in kleinen Schlucken geschlürft. Man nimmt sich Zeit. Es geht wie oft bei Teezeremonien auch in Marokko um das entspannte Zusammensein mit Freunden und Familie. Und dazu gehört auch hier eine gute Tasse Tee. 

Je süsser, desto besser

Solltest du tatsächlich einmal das Glück haben, eine marokkanische Teezeremonie nach Berber-Tradition in einem privaten Haushalt zu erleben, achte einmal darauf, wie süß der Tee ist, den man dir reicht. An der Süße kann man die Wertschätzung des Gastgebers für dich erkennen.

  • Ist der Tee wenig gesüßt, solltest du dich vielleicht bald verabschieden.

  • Mittlere Süße bedeutet, dass man deine Anwesenheit schätzt, aber auch nicht so sehr, dass man dir sehr viel guten Zucker serviert.

  • Je süßer, desto lieber bist du dort gesehen. Nach oben hin sind da keine Grenzen gesetzt. Wenn der Löffel im Zucker stehen bleibt, dann muss es Liebe sein.

 

 

Auch mit Temial kann man ganz wunderbaren Minztee zubereiten. Habt Ihr Ideen, wie man unsere Teesorte Minze-Zitrus noch weiter verfeinern kann? Wie trinkt ihr euren Minztee? Teilt eure Tipps gerne hier per Mail oder über unsere Social Media-Kanäle.

 

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