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Menschen

Zu Besuch auf einer Teeplantage

Entdecke mit uns die Herkunftsländer Deines Lieblingstees. Heute reisen wir in das Land des Ceylon-Tees nach Sri Lanka und besuchen eine der fleißigen Pflückerinnen.

Veröffentlicht: 18.06.2019 von Felice

Sri Lanka zählt zu den drei größten Teeproduzenten der Welt. Der Ceylon-Tee ist als stark, herb und würzig bekannt. Er kommt aus dem kühlen, feuchten Hochland des Landes. Pflückerinnen wie Manika ernten täglich bis zu 18 Kilogramm Teeblätter.

 

Endlos breiten sich die grünen Teeplantagen an den steilen Hängen der Berge im Hochland von Sri Lanka aus. Es ist 6:30 Uhr morgens, die Sonne geht gerade über der Tea Factory und ihren ausgedehnten Anbauflächen in der Nähe von Ramboda Falls auf. Bunte Gruppen von Menschen gehen über enge Pfade mit Steinplatten in die Plantagen hinein, die Männer mit Werkzeugen zum Trimmen und Stutzen der Teebüsche, die Frauen mit großen Säcken aus Ölzeug.

 

Eine davon ist Manika. Auch sie hat ihren Sammelsack dabei - heute zum letzten Mal. Mit 68 setzt sie sich nun zur Ruhe. 50 Jahre lang ist sie jeden Morgen den Weg aus ihrem kleinen Dorf in die Plantagen gelaufen. 18 Kilogramm frisch gepflückter Teeblätter hatte sie jeden Abend in ihrem Sammelbehälter. Von April bis November, wenn die Ernte ruhte, half sie in der kleinen Fabrik aus, wo der Tee sortiert und verpackt wird. Nun macht Manika den Sack zu und zieht zu ihrer ältesten Tochter nach Nuwara Eliya. Tee wird sie nun nur noch für die Familie zubereiten.

 

Where there is tea, there is hope. (Arthur Wing Pinero, britischer Dramatiker)

Little Britain im Hill Country

Immer wieder müssen die Pflückerinnen die Arbeit unterbrechen, wenn die nächsten kurzen Regenschauer kommen. Und die kommen oft. Kein Wunder, dass sich die britischen Kolonialherren Ceylons hierhin zurückgezogen haben, um der feuchten Hitze im Tiefland und an den Küsten zu entfliehen. In Nuwara Eliya auf fast 2.000 Meter Höhe liegt die Durchschnittstemperatur nur bei 18 Grad Celsius. Je höher man kommt, desto feuchter und kühler wird die Luft. Die Briten bauten Häuser, ja ganze Dörfer, im Stil der englischen Heimat.

 

Und sie legten Teeplantagen an, nachdem die Kaffee-Pflanzungen von einem Kaffee-Pilz dahingerafft wurden. 1824 wurde von den Briten aus China eine Teepflanze nach Ceylon geschmuggelt und im Royal Botanical Gardens in Peradeniya für nicht-kommerzielle Zwecke angepflanzt. Zwischen 1860 und 1880 nahm die Teeproduktion dann an Fahrt auf: immer mehr Plantagen wurden angelegt, denn das Klima in Sri Lankas Hill Country ist perfekt für die Teepflanzen. Fast alle Pflückerinnen und Arbeiter stammen von indischen Familen ab, die die britischen Kolonialherren einst hier ansiedelten. Heute ist Sri Lanka der drittgrößte Teeproduzent der Welt, die Teeindustrie steht in der Wirtschaftsstatistik des Landes an dritter Stelle.

Vom Busch in die Fabrik

In der kleinen Fabrik auf dem Gelände der Plantagen beginnt sofort die Verarbeitung. Mit heißer Luft werden die ausgebreiteten Teeblätter getrocknet, dann mit einer Walzmaschine aufgebrochen. So beginnt die Fermentation, die für den unverwechselbaren Geschmack des Schwarztees verantwortlich ist. Bevor der Tee auf die Auktion nach Colombo und dann auf die große Reise nach Europa geht, werden die losen Blätter nach Teeklasse und Blattgrösse sortiert.
Von den 18 Kilogramm, die die Pflückerinnen pro Tag sammeln, bleiben am Ende des Verarbeitungsprozesses fünf Kilogramm konsumierbaren Ceylontees übrig. Und ein Teil davon landet irgendwann einmal auch in Deiner Tasse, wenn Du ein Fan dieser Teesorte sind.

Ohne die Arbeit von Manika und ihren Kolleginnen auf den Plantagen rund um Nuwara Eliya wäre der Genuss des Tees gar nicht möglich. Wir verneigen uns vor dem Fleiß der Pflückerinnen, nicht nur in Sri Lanka. Ohne sie wäre unser Teegenuss und auch die Bandbreite unserer losen Teesorten für Temial nicht vorstellbar. Danke, oder „Nandri”, wie man auf Tamil sagt.

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