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Lifestyle

Die chinesische Teekultur

Welchen Einfluss hat Tee auf die Geschichte Chinas, welche Teesorten stammen von dort und wie wird die Teekultur gelebt? - Folge uns in die Welt des chinesischen Tees!

Veröffentlicht: 26.05.2019 von Felice

China - die Wiege des Tees. Die chinesische Teekultur ist die älteste ihrer Art und hat großen Einfluss auf die Geschichte Chinas. Welcher Tee wird wo in China angebaut und wie läuft eine chinesische Teezeremonie ab? Wir haben dir alle wissenswerten Informationen zusammengetragen. Begleite uns auf eine virtuelle Reise in die chinesische Teekultur!

 

Die chinesische Geschichte des Tees

China - das Land des Tees, das ist klar! Doch wann genau wurde mit dem Teeanbau begonnen? Nach den frühesten Aufzeichnungen wurde bereits im Jahr 221 v. Chr. eine Teesteuer auf das kostbare Gut erhoben. Folglich muss der Tee bis dato bereits in der Gesellschaft geschätzt gewesen sein. Mangels Konservierungstechniken wurde der Tee zu dieser Zeit allerdings nur nahe der Anbaugebiete, im südlichen China, getrunken.

 

Die weitere geschichtliche Dokumentation des Tees in China gestaltet sich schwierig. Vermutet wird, dass zu dieser frühen Zeit noch kein einheitliches Schriftzeichen für die Teepflanze bestand. Tee wurde zunächst nur als “bitteres Kraut” bezeichnet. Ob mit diesem Ausdruck jedoch stets die Teepflanze gemeint war, ist heute nicht mehr zu rekonstruieren.

 

Geschichtlich übermittelt ist, dass buddhistische Mönche den Tee zur Zeit der Tang-Dynastie (618-907) als Wachmacher für ihre stundenlangen Meditationen entdeckten. So verbreitete sich das Heißgetränk von Kloster zu Kloster. Nach einiger Zeit fingen die Mönche an, Tee auch in ihren Klostergärten anzubauen.

 

Zur Zeit der Song-Dynastie (960-1279) wurde die bis dahin wirtschaftlich unterentwickelte Provinz Fujian als Teeanbauregion entdeckt. Der sogenannte "Tributtee" sollte von hier direkt an den kaiserlichen Hof geliefert werden. Auch in anderen Regionen Chinas, wie zum Beispiel Sichuan, wurde mit Tee erfolgreich Handel betrieben. Die Etablierung von Papiergeld und dem Kreditwesen führten zu einem Aufschwung des Handels im gesamten Land. Tee wurde zu einem profitablen Wirtschaftssektor. Über die sogenannte “Tee-Pferde-Straße” wurde Tee bis nach Tibet und Indien gehandelt. Für den langen Transport pressten die Chinesen den Tee in Ziegel, um die Haltbarkeit zu verbessern. Im Gegenzug für die Tee-Ziegel bekamen die Chinesen Pferde. Diese waren, bis zum Verbot des Pferdehandels 1735,  ein entscheidender Vorteil für das chinesische Militär.

Nun gelang dem Tee auch der Durchbruch in der oberen Gesellschaftsschicht. Trank man bei geselligen Zusammenkünften bisher Alkohol und zelebrierte feucht fröhliche Trinkspiele, dienten ab jetzt Teewettbewerbe der Unterhaltung. Ähnlich wie bei Weinverkostungen wurden die geschmacklichen Unterschiede der verschiedenen Teesorten rege diskutiert. Technische Fortschritte in der Keramikherstellung begünstigten zeitgleich die Herstellung von besonderem Teegeschirr für die Oberschicht. Chinesisches Porzellan ist noch heute ein Luxusgut.

 

Tee wurde bis dahin hauptsächlich in gepresster Form aufbewahrt. Für die Zubereitung wurden einzelne Stücke herausgebrochen und zu Pulver zerstampft. Die Herstellung dieser Ziegel wurde im Zuge der Ming-Dynastie jedoch als zu aufwendig empfunden und abgeschafft. Wurde der Tee zuvor in großen Kesseln gekocht, goss man die losen und getrockneten Teeblätter nun direkt auf. Für die neue Art der Zubereitung nutze man kleine Teekannen aus unglasiertem Ton oder Porzellan. Serviert wurde der Tee, wie auch heute noch, in einer zweiten kleinen Teekanne, dem sogenannten “Pitcher”. Zudem entwickelten Mönche eine neue Methode, um die Oxidation der grünen Teeblätter zu verhindern - man röstete die Blätter in einer Pfanne. 

 

In der Gesellschaft verbreitete sich der Tee von nun an durch diverse öffentliche Teehäuser. Man traf sich auf eine gemeinsame Tasse Tee in lockerer Gesellschaft. Damit unterscheiden sich die chinesischen Teehäuser von den japanischen, in welchen eine strenge Teezeremonie einzuhalten ist. Im Zuge der von Mao Zedong ausgelösten Kulturrevolution zwischen 1966-1976 mussten nahezu alle Teehäuser schließen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Teehäuser in China.

Alle Wortvarianten zur Benennung von Tee stammen aus dem chinesischen.

Tee und Cha - die Wörter für Tee

Weltweit gibt es nur zwei Wortvarianten zur Benennung von “Tee”. Die eine Variante gleicht dem deutschen Wort für "Tee". So heißt es zum Beispiel auf englisch “tea”, auf spanisch “té”, auf afrikanisch “tee”, singhalesisch “te” und auf französisch “thé”. Die andere Variante geht auf das chinesische Wort “cha” für Tee zurück. In Indien bedeutet Tee “chay”, in Korea “cha”, in Japan “ocha”, in Russland und der Türkei “chay”.

 

Wie kommt es zu dieser Wortgleichheit? Klar ist, beide Begrifflichkeiten haben ihren Ursprung in China. Durch die oben bereits angesprochenen Pferde-Handelswege verbreitete sich der Tee schnell von China in die angrenzenden Länder. Die dem Wort “cha” verwandten Begriffe haben sich auf dem Landweg über die bis heute bekannte Seidenstraße ihren Weg in die Welt gesucht.

 

Als im späten 15. Jahrhundert der Handel auch auf dem Seeweg zunahm, verbreitete sich das Heißgetränk langsam in der restlichen Welt. Tee wurde zur Zeit der Ming-Dynastie zum wichtigsten Exportprodukt Chinas.  Alle auf “te” zurückgehenden Begriffe verbreiteten sich rein mittels Schiffen über den Globus.

Die chinesischen Teesorten

Tee ist das Nationalgetränk der Chinesen, folglich existieren eine Reihe verschiedener Teesorten. Die bekanntesten sind die folgenden:

1. Grüner Tee

 

Grüntee mit seiner leuchtend-frischen Farbe wird mittels Erhitzen schonend konserviert – in China traditionell durch Rösten. Da beim Rollen der Teeblätter ein Oxidiationsprozess einsetzt, der die Blätter braun werden lässt, werden für die Herstellung von Grüntee die Blätter nach dem Welken kurz erhitzt, um die dafür verantwortlichen Enzyme zu inaktivieren.

 

Nach chinesischer Methode werden dazu heiße Pfannen verwendet. Grüner Tee schmeckt, richtig zubereitet, charakteristisch frisch, mit einer angenehm bitteren Note.

 

 

Bekannte chinesische Grünteesorten sind:

 

  • Long Jing

Long Jing oder „Drachenbrunnentee“ ist unter den chinesischen Grüntees der Klassiker schlechthin. Für lokale Ernten vom legendären Westsee bei Hangzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang, werden in China regelmäßig Rekordpreise erzielt. Die besondere Verarbeitung verleiht dem Long Jing seinen milden, blumig-nussigen Charakter – und sein markantes, flaches Blatt.

 

  • Bi Luo Chun

Der Bi Luo Chun ist ein Grüntee aus der Region Suzhou. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name “Jadegrüne Schnecken des Frühlings”. Der Legende nach war Kaiser Qianlong auf einer Reise in den Süden Chinas sehr angetan von dem stark duftenden Tee. Inspiriert durch die schneckenähnlich gerollten grünen Teeblätter, dachte er sich den oben genannten Namen aus.

 

  • Huang Shan Mao Feng

Der Huang Shan Mao Feng stammt vom “gelben Berg” in der Provinz Anhui und gehört zu den feinsten chinesischen Grüntees. Das grün-leuchtende Blatt sorgt für einen cremigen Aufguss mit einem blumigen Geschmack.

 

2. Schwarzer Tee

 

Schwarzer Tee unterscheidet sich von Grüntee lediglich durch seine Verarbeitung. Nach der Ernte oxidieren die Teeblätter vollständig und erhalten so ihre dunkle Farbe und das charakteristische Aroma.

 

Weltweit gesehen hat China die größte Vielfalt an Schwarztees zu bieten: von seltenen Tees aus goldfarbenen Blattknospen mit honigartigem Charakter bis zu so speziellen Sorten wie dem geräucherten Lapsang Souchong.

 

 

Bekannte chinesische Schwarzteesorten sind:

 

  • Yunnan Gold

Benannt nach seiner Herkunftsprovinz, wird dieser Tee als Juwel unter den chinesischen Schwarztees gehandelt. Das tropische Klima verleiht dem Yunnan Gold Tee seinen harmonischen Charakter und einen Duft, der an Karamell und Honig erinnert. Die goldfarben oxidierten Blattknospen hinterlassen eine unwiderstehlich zarte, natürliche Süße.



  • Kemun Hao Ya

Der Kemun Hao Ya ist ein schwarzer Tee in mittelbrauner Farbe. Er wächst im Süden der Region Anhuis. Charakteristisch ist sein sehr aromatischer Geschmack.

 

3. Weißer Tee

Weißtee ist das am wenigsten und zugleich am behutsamsten verarbeitete Produkt der Teepflanze. Kamen ursprünglich ausschließlich chinesische Kaiser in den Genuss dieser edlen Sorte, wird Weißtee heute weltweit für seinen sanften Charakter geschätzt. Die Blätter werden nach dem Ernten ca. 10 bis 20 Stunden gewelkt und anschließend ca. 20 bis 30 Minuten mit heißer Luft bei etwa 90 °C getrocknet. Im Unterschied zu allen anderen Tees werden die Blätter für Weißtee nicht gerollt – dadurch schmeckt dieser sehr mild und oxidiert nicht oder nur minimal an den Blatträndern.

 

Bekannte chinesische Weißteesorten sind:

 

  • Baihao Yinzhen

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Baihao Yinzhen “Silbernadel”. Diesen Namen bekam der aus der im Süden gelegenen Provinz Fujian stammende Weißtee, weil seine Blätter mit kleinen weißen Härchen bedeckt sind. Durch die Aufwendige Verarbeitung der ungeöffneten Blattknospen gehört er zu den teuersten weißen Tees.

 

  • Fu Yu Bai Ming

Für besonders feine Tees werden nicht nur Blätter, sondern auch die noch verschlossenen Blattknospen der Teepflanze gepflückt. So auch für unseren exklusiven weißen Tee Fu Yu Bai Ming. Dieser stammt aus der chinesischen Provinz Yunnan, der Wiege der traditionellen chinesischen Teekultur.

4. Oolong Tee

Oolong bedeutet übersetzt „schwarzer Drache“. Der Legende nach unterbrach seinerzeit eine dunkle Schlange die Teefarmer bei der Produktion – und wurde so zur Patin der dabei entdeckten Verarbeitungstechnik. Es handelt bei Oolong um einen im weitesten Sinne „halb“-oxidierten Tee, bei dem die Oxidation an einem gewissen Punkt durch Rösten oder Backen gestoppt wird. Je nachdem, wann dies geschieht, ist das Ergebnis ein hellerer („grüner“) oder dunklerer Oolong.

 

Ein bekannter chinesischer Oolong Tee ist:

 

  • Ti Kuan Yin

Dieser Oolong wird für seine außerordentliche Qualität geschätzt. Neben dem für einen Oolong typisch aromatischen Geschmack ist er leicht fruchtig. Sein Geschmack entfaltet sich am besten bei der Verwendung von weichem Wasser. Zudem ist der Tee sehr ergiebig und eignet sich für Mehrfachaufgüsse.

5. Gelber Tee

Gelbtee und seine genaue Herstellung waren und sind sehr geheimnisumwobenen. Früher ausschließlich dem chinesischen Kaiser vorbehalten, sind gehobene Qualitäten dieser Teesorte auch heute noch sehr begrenzt verfügbar. Die Verarbeitung des Gelbtees ähnelt zunächst der des Grüntees – das heißt, die Blätter werden durch Erhitzen vor der Oxidation bewahrt. Der besondere Charakter des Gelbtees entsteht anschließend durch ein feuchtes Erhitzen über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen.

 

Bekannte Gelbtees sind:

  • Junshan Yinzhen

Der Junshan Yinzhen ist einer der berühmtesten Tees Chinas, welcher Wladimir Putin, dem russischen Präsidenten, als nationales Geschenk Chinas überreicht wurde.

 

  • Huoshan Huangya

Dieser Tee wurde in der Ming-Dynastie als kaiserlicher Tribut-Tee angesehen. Danach geriet er in Vergessenheit, bis er in den 70er Jahren wiederentdeckt wurde. Mit seinem einzigartigen und erfrischenden Geschmack, der an Mais erinnert, begeistert er heute von Neuem.

6. Jasmin Tee

Bei Jasmin Tee handelt es sich um keine eigene Teesorte, sondern um grünen Tee, der mit Jasminblüten aromatisiert wird. Dazu werden die Jasminblüten dem Tee zugegeben oder der Tee wird über einem Jasminblütenbad bedampft.

 

In der Zeit der Song-Dynastie wurden mittels des Jasminaromas minderwertige Tees aufgewertet. Der erfirschend blumige Duft eignetet sich, je nach Konzentration, hervorragend, um den Geschmack des minderwertigen Tees zu überdecken. 

 

Heute gehört der aromatisierte Tee zu Chinas feinen Teemischungen. Bei hochwertigen Jasmintees werden die verwendeten Blüten vor dem Verkauf von Hand entfernt.

7. Pu’Erh Tee

Pu-Erh unterscheidet sich von den anderen Tees durch seine spezielle Verarbeitung und eine echte Fermentation – ein Reifungsprozess unter Einfluss von Bakterien und Pilzen, durch die der spezielle Geschmack des Pu-Erh entsteht.

 

Die traditionelle Zubereitung von chinesischem Tee

 

In China, dem Ursprungsland des Tees, wird Tee traditionell im sogenannten Gong-Fu-Stil zubereitet. Das Chinesische „gōng fū chá“ bedeutet dabei so viel wie „Tee mit besonderer Sorgfalt“.

 

Utensilien, die zur Teezubereitung von Hand üblicherweise verwendet werden, sind:

 

  • ein Bambustablett

  • ein Tonkännchen zum Zubereiten des Tees

  • eine Servierkanne („Pitcher“)

  • Teeschalen

  • ein Feinsieb zum Abfiltern feiner Blattstückchen

  • eine Präsentierschale zum Zeigen der Teeblätter (und optional zum leichteren Befüllen des Teekännchens)

  • Teebesteck, bestehend aus Teelöffel, Teeschaufel, Teezange und Teenadel



Zur traditionellen Teezubereitung von Hand verwendet man üblicherweise ein kleines bis mittelgroßes Teekännchen sowie eine zweite Kanne zum Servieren, den sogenannten „Pitcher“.

 

Zur Zubereitung füllt man die losen Teeblätter in die Teekanne und übergießt sie mit heißem Wasser, das wahlweise zuvor in der Servierkanne auf die gewünschte Temperatur abgekühlt ist.

 

Nach Ende der Ziehzeit gießt man den Tee aus der Teekanne in die Servierkanne ab, um den fertigen Tee von den Blättern zu trennen. Die meisten traditionellen Teekannen sind vor der Tülle mit einem meist relativ groben Sieb ausgestattet. Optional empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung eines Feinsiebs.

 

Die gesellschaftliche Bedeutung von Tee in China

Tee ist in China ein Zeichen von Wertschätzung. Mit einer guten Tasse Tee lässt man dem Gast folglich eine gewisse Ehre zuteil werden. Früher entschied die Fähigkeit Tee traditionell richtig zuzubereiten darüber, ob die Chinesin geheiratet werden durfte. Auch war der Wert und das Material des Teeservice ein entscheidender Faktor.

Heute ist Tee immer noch ein fest verankerter Bestandteil in der chinesischen Kultur. So werden traditionelle Teerituale häufig bei Hochzeiten und anderen Familienfeierlichkeiten zelebriert. 

Die chinesische Teekultur war jedoch im Vergleich zur japanischen stets eine lockere. So trifft man sich in geselligen Runden zum Austausch bei einer Tasse Tee, ähnlich wie man Gleiches in Europa bei einer Tasse Kaffee pflegt. Die chinesischen Teehäuser sind prunkvoll und bunt verziert. Damit unterscheiden sie sich erheblich von den puristischen Teehäusern Japans, in denen man durch nichts von sich selbst und dem Tee abgelenkt werden soll.

Im schnelllebigen China hat der Konsum von Tee seinen festen Platz beibehalten. Ob jung oder alt, hip oder konservativ - Tee gehört zum Leben eines jeden Chinesen dazu.

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